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Ein Kesselkind in der Schwabenmetropole


"Ich wurde stark und groß - dank Spätzle mit Soß'"

Kehrwoche over everything?

Schwaben, ihr Ruf und was wirklich dran ist


Hektisch wischt meine Nachbarin mit einem roten Mopp über die Granitfließen unseres Treppenhauses. Selbst durch das kleine Guckloch meiner Türe kann ich die Wassertropfen zu allen Seiten spritzen sehen. Der Geruch von Zitronenreiniger ist so beißend, dass ich ihn durch die geschlossene Türe riechen kann. Von meiner Wohnungstür bis zum Aufzug und den Treppen sind es fünf Meter. Eine Strecke, die nun unpassierbar ist, denn ich habe den wohl ungünstigsten Zeitpunkt gewählt: Frau Nachbarin macht Kehrwoche. Doch länger kann ich nicht in meinem unsichtbaren Gefängnis abwarten. Ich atme tief durch, setze mein freundlichstes Lächeln auf und öffne scheinbar nichtsahnend, schwungvoll die Türe. Vorsichtig setze ich einen Fuß auf den frisch geputzten Boden. Der Todesblick meiner Nachbarin lässt mich sofort in meiner Bewegung innehalten. "S' isch frisch gwischt", erklärt sie mir, als könnte ich die glänzenden Fließen und sie mit Bodenreiniger und Schrubber bewaffnet auch völlig anders deuten. Schnell murmle ich einige Entschuldigungen und versuche mich auf Zehenspitzen an ihr vorbei zu drücken. "Heilandsack" schimpft der Putzteufel weiter. Doch ehe sie mir weitere Standpauken halten kann, habe ich das Treppenhaus erreicht. Fassungslos schaut sie mir zu, wie ich mehrere Stufen auf einmal nehmend davoneile. 





Geizig, spießig und humorlos 

Es gibt sie also wirklich: Die Schwaben, wie sie im Buche stehen. Sie gelten als geizig, spießig und humorlos. Ich selbst bin in Stuttgart geboren und aufgewachsen. Schwäbisch spreche ich höchstens mit älteren Leuten. Verstehen kann ich den Dialekt aber gut. Zugegeben, schön ist etwas anderes - doch Tradition will gepflegt werden. Als Kesselkind habe ich gelernt, mit Vorurteilen und denen, die sie erfüllen, locker umzugehen. Dennoch; Menschen, wie meine Nachbarin, sind eher eine Ausnahme - aber die gibt es überall auf der Welt, oder?

Stuttgart - mein Stern des Südens

Ich liebe Stuttgart. Auch, wenn ich hier schon 21 Jahre lebe, habe ich die Stadt und ihre vielen verschiedenen Facetten erst so richtig während meiner Studentenzeit kennengelernt. Grund hierfür sind meine Freundinnen, die ich in der Uni traf. Hamburg, Berlin, Düsseldorf und München - sie stammen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands. Gemeinsam machten wir uns vor zwei Jahren, als wir unser Studium in Hohenheim begannen daran, Stuttgart, den Stern des Südens, neu zu entdecken. Fernsehturm, VfB Stuttgart, Wilhelma, Mercedes-Benz-Museum, Volks- und Frühlingsfest, Staatsgalerie und Königstraße, Milaneo - Stuttgart ist für so einiges bekannt. Aber auch die Clubszene hat mit der "Theo" und Discos, wie Perkinspark und Penthouse einiges zu bieten. 

Wie wir den Kessel zum Brodeln bringen, welche außergewöhnlichen und vielleicht weniger bekannten Plätze wir entdeckt haben und vor allem, wie man als Teenager das Leben in der Schwabenmetropole meistert, erfahrt ihr auf meinem Blog "Kesselkind". 

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