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Hop-on Hop-off durch Stuttgart

Die Stadtrundfahrt der besonderen Art



Den Kessel neu entdecken mit der Stuttgart Citytour 

Man kennt sie aus den großen Metropolen dieser Welt. Breit, doppelstöckig und leuchtend rot: Die Busse für Stadtrundfahrten. In London haben die Doppeldecker längst Kultstatus. Jetzt sind die gutmütigen Riesen auch in Stuttgart unterwegs. Als ich den Bus der Stuttgart Citytour das erste Mal beim Schlossplatz um die Ecke biegen sah, traute ich zunächst meinen Augen nicht. Die roten Doppeldeckerbusse hier im Schwabenländle? Ob das gut geht? Doch ich überzeugte mich selbst und kann sagen: Das ist keine gewöhnliche Stadtrundfahrt. 



Stuttgart nach dem Hop-on Hop-off - Prinzip entdecken.


An neun verschiedenen Haltestellen, die direkt vor den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Stuttgarts platziert sind, kann jederzeit ein- und ausgestiegen werden. So startet der Citybus zunächst an der Touristeninformation iPunkt am Hauptbahnhof und hält dann am Schlossplatz, als nächstes am Schweinemuseum, am Mercedes-Benz Museum, am Kurpark beim Gottlieb-Daimler-Gedächtnisstätte, bei der Wilhelma, in den Weinbergen, beim Killesberg und zu guter Letzt am Lindenmuseum. Denn die Tickets sind 24 Stunden gültig - da bleibt genügend Zeit für einen Museumsbesuch oder eine kleine Pause in einem sonnigen Café. 


Auch ich habe mich am Samstag, 7. März 2015 in die lange Schlange an der Startbushaltestelle am Hauptbahnhof, direkt gegenüber des Eingangs des Hotels am Schlossgarten, eingereiht. Früh kommen lohnt sich hier, denn Sitzplatzreservierungen sind nicht möglich. "Bei gutem Wetter ist der Bus meist bis auf den letzten Platz besetzt", weiß die Busfahrerin. Glücklich ergatterte ich einen Sitzplatz am Fenster im zweiten Stock des Busses. Zwar schien die Frühlingssonne kräftig, dennoch war das Dach des Busses geschlossen und schützte so vor kaltem Fahrtwind. Für Handyfotografen ließen sich die Fenster rechts und links allerdings problemlos öffnen. 


An jedem Sitzplatz warteten Kopfhörer auf die Teilnehmer der Rundfahrt. Zwischen 10 Kanälen kann nun gewählt werden. Davon ist ein Sender speziell für Kinder dabei. Der Clou: Die Stadtrundfahrt durch Stuttgart auf Schwäbisch. Hier zeigt ein Großvater seiner Enkelin seine Heimatstadt und erzählt aus längst vergangenen Zeiten. Der Zuhörer, der die Beiden zu belauschen scheint, erfährt dabei Dinge über Stuttgart, die er vorher mit Sicherheit noch nicht wusste. 

"Was haben eine Brezel, Ritter Sport
Schokolade und ein BH gemeinsam?",


fragt der Opa seine Enkelin. Die Dinge schmecken zwar lecker bzw. sind genüsslich anzusehen, doch die richtige Antwort lautet; Sie kommen alle drei aus Bad Cannstatt. Doch wie kam die Brezel zu ihrer verschlungenen Form? Auch auf diese Frage weiß der Audioguide-Opa natürlich eine Antwort. 1477 stellte der Graf Eberhard im Bart seinen Bäckermeister vor eine schwierige Aufgabe: "Backe mir ein Brot, durch das die Sonne drei mal scheint und das besser schmeckt, als alle Brote zuvor." Der Bäcker suchte lange fieberhaft nach einer Lösung. Doch erst die verschränkten Arme seiner erbosten Frau brachten den Bäcker der Saga nach auf die zündende Idee. 


Bei solch interessanten Geschichten vergeht die Zeit wie im Fluge. Für alle, die während der Fahrt stets sitzen geblieben sind, ist die Tour durch Stuttgart nach 100 Minuten wieder vorbei. Wer mehr Zeit mitgebracht hat, kann nach Lust und Laune spontan oder geplant an einer oder mehrerer der neun Haltestellen ein- und aussteigen. Ich selbst wollte mir das Kunstmuseum am Schlossplatz nicht entgehen lassen und habe dort einen Stop eingelegt. Dieses feierte nämlich an diesem Wochenende seinen zehnten Geburtstag und Stuttgart feierte mit. Alle Gäste erhielten freien Eintritt und ein Stück der großen würfelförmigen Geburtstagstorte mit einem Becher Kaffee gratis. 

Zahlen und sparen:


Auch mit dem Ticket der Citytour lässt sich ordentlich sparen. An jeder Haltestelle ist ein Gastronomiebetrieb, in dem man bei Vorzeigen seiner Fahrkarte eine Kleinigkeit umsonst oder eine Ermäßigung bekommt. Die Fahrt kostet 15 Euro pro Person für eine 24 Stunden. Zwei Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines Erwchsenen sind frei. Jedes weitere Kind kostet 10 Euro. Besitzer der StuttCard erhalten 20% Rabatt und zahlen demnach einen Fahrpreis von 12 Euro. 


Diese Tour empfiehlt sich hierbei übrigens längst nicht nur für Touristen, sondern auch für alteingesessene Schwaben. Auch ich als Stuttgarter Kesselkind habe an jenem Nachmittag noch so einiges dazugelernt. Oder hättest Du gewusst, für was die vier großen schwarzen Steinwürfel vor dem Alten Schloss stehen und wie die Jubiläumssäule auf den Schlossplatz kam? Auf Letzterer thront übrigens kein Engel, wie viele fälschlicher Weise glauben, sondern Concordia, die römische Göttin der Eintracht. Wer also sein Stuttgartwissen erweitern oder auffrischen will, sollte sich diese Fahrt nicht entgehen lassen:

Jetzt einsteigen:(Abfahrt an der Touristeninformation i-Punkt, Königstraße 1A)


Hauptsaison April bis Oktober (täglich)

Mo – So, Feiertage 10.30, 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30

Wintersaison November / Dezember 
Mo - Fr 10.30, 12.30, 14.30, 16.30
Sa, So, Feiertage 10.30, 11.30, 12.30, 13.30, 14.30, 15.30, 16.30
(keine Fahrten am 24./25. Dez.)

Nebensaison Januar bis März
Mo – So, Feiertage 10.30, 12.30, 14.30, 16.30



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