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Was labersch Du...?

Schwäbisch kann so lustig sein

"Teddy" aus Mösslingen füllt zweimal die Schleyerhalle



Umfrage zum Integrationstest: Wie heißt der aktuelle Bundeskanzler? Der Gefragte schaut arrogant-dämlich in die Kamera, schwenkt hektisch sein Smartphone und antwortet dann in schwäbisch gebrochenem Deutsch: Des war doch der Angelo. Angelo Merte? Und dessen Vorgänger? War des Hitler, kann des sein? Als dieses Video vor drei Jahren im Netz auftauchte, waren die Reaktionen geteilt: Viele empörten sich, anderen krümmten sich vor Lachen, wieder andere verdrehten genervt die Augen. Die Klickzahlen indes schossen ins Absurde (18 Millionen Internetnutzer haben das Video mittlerweile gesehen) und ganz Deutschland diskutierte: Ist das tatsächlich echt?





Das Video war ein Sketch, ein Comedy-Video. Der aus Eritrea stammende Comedian Tedros Teclebrhan hatte die Sequenz entwickelt und den Nerv der Zeit getroffen. Sein Entwurf des proletenhaften Dummkopfs reifte zur Kultfigur und mittlerweile hat „Teddy“ eine eigene Fernsehsendung und spielt Shows in der ganzen Republik.
Teclebrhan versteht sich dabei in der Tradition von zahlreichen Comedians wie Mundstuhl, Erkan und Stefan, Kaya Yanar oder Serdar Sommuncu und verbindet deren Ansätze der Ethno-Comedy mit Hilfe der neuen Medien zu einer ganz neuen Art der Komik. In der "Teddy Show" überrascht er das Publikum mit einem bunten Mix aus Comedy, Musik und Entertainment. Mit dabei sind Percy, Lohan Cohan, Ernst Riedler, Carlos und natürlich Antoine. Teddy’s YouTube-Videos haben längst Kultstatus erreicht.

Ein Youtube-Star auf Deutschland-Tour


Die neuen Medien spielen vor allen Dingen unter Jugendlichen eine absolute Hauptrolle. Die Sketche provozieren und sorgen für Irritation. Teclebrhans Version des stereotypen, ungebildeten jungen Mannes haben viele für bare Münze genommen. Dabei zeigen sich Vorurteile, aber natürlich auch Komik. Tatsächlich zeigt der Querschnitt durch die deutsche Comedyszene, dass es eine ungewöhnliche hohe Anzahl von Comedians mit Migrationshintergrund gibt. Das ist einerseits ein Zeichen für gelungene Intergration und die Qualität und den Unterhaltungsfaktor der Anekdoten aus der Sphäre der Migration, andererseits begibt man sich im Umgang mit Stereotypen immer auf sehr dünnes Eis.


Teddy schaffte es dennoch am Wochenende in der Schleyerhalle, die Freitag und Samstag ausverkauft war, dem Ganzen mit einem Augenzwinkern Witz zu verleihen und brachte so die Halle zum Tränen Lachen. Während des ganzen Abends wartete das Publikum allerdings auf einen einzigen Satz, auf den Satz, der Teddy von den Weiten des Videoportals Youtube zu einem ernstzunehmenden Komiker aufsteigen ließ. Ein Satz, der unweigerlich mit dem Pseudonym Teddy verbunden ist. Und als Tedros‘ Rollenfigur "Antoine" gerade auf dem höchsten Berg der Stadt steht, ein Weltuntergangsszenario beschreibt und dabei plötzlich einen Alien entdeckt, der seltsame Geräusche von sich gibt – da ist er endlich, dieser Satz: "Ey, was labersch du? Hast du überhaupt gelernt?"

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