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22. Stuttgart-Lauf: Die laufende Bloggerin

Vom Seitenrand kann jeder; der Bericht einer Läuferin


Jedes Jahr bewegt der Stuttgart-Lauf tausende Menschen. Vom 2 Kilometerlauf über Inline-Skating, Staffellauf, Walking bis hin zur Königsdisziplin, dem Halbmarathon, war für jeden Läufer das richtige dabei. 19 000 Teilnehmer stellen sich am Samstag und Sonntag den verschiedensten Herausforderungen - einer von ihnen war ich. 


Bereits seit Wochen berichtete ich hier in meinem Blog "Stuttgarts Kesselkind" von meinen Vorbereitungen auf den Gründel's 7 Km-Lauf. Heute war es dann endlich soweit. Nachdem ich meine Startnummer bereits am Vortag in der Schleyer-Halle abgeholt hatte, fuhr ich heute morgen ohne Eile mit der Bahn zum Neckarpark. Dort erwartete mich und meine Mitstreiter bereits ein buntes Treiben. Verschiedene Infostände, eine Läufermesse und Getränkehersteller luden vor der Mercedes-Benz-Arena zum Vorbeischauen ein. Allerdings muss ich gestehen, dass ich für das vielfältige Programm rund um den Stuttgartlauf vor dem Startschuss keine Muße hatte. Danach allerdings umso mehr. 


Zugegebenermaßen war ich vor dem Start sogar regelrecht nervös. Nachdem meine Sporttasche im Parkhaus verstaut war, machten wir uns auf den Weg zur Startlinie. Schnürsenkelkontrolle, Angstpipi machen, Zopfgummi nochmal festziehen, die Schultern lockern - die Minuten vor dem Startschuss zogen sich wie Kaugummi und meine Nervosität stieg von Sekunde zu Sekunde. Ein kleines Aufwärmprogramm der AOK sorgte für lockere Muskeln, konnten aber meine angespannten Nerven auch nicht beruhigen. 

Erst als der Startschuss pünktlich um 11.30 Uhr fiel, legte sich die Anspannung und ich kam in meinen gewohnten Trott. Einatmen, langes ausatmen, ein Fuß vor den anderen, Schultern locker nach unten, den Blick starr nach vorne. Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel, als wolle sie es den Läufern an diesem Tag besonders schwer machen. Wo es möglich war, liefen die meisten deshalb im Schatten von Hauswänden oder Bäumen. Bereits nach einem Kilometer begannen die ersten sich an die Seiten zu fassen und zu gehen. Wie bei einem Parcours versuchte ich die langsameren und stehenden Teilnehmer zu umlaufen. Das kostete unnötig Zeit. Deshalb beschloss ich in den sauren Apfel zu beißen und die Sonnenseite der Wegstrecke, die leerer war, zu nutzen. 


So kam ich gut voran. Die Wegmarkierungen am Straßenrand verrieten die abgelaufenen Kilometer. Noch nie haben sich 1000 Meter so lange angefühlt, doch ich hielt tapfer mein Tempo. Zum Schluss der Strecke erwartet die Läufer ein kurzer steiler Berg. Auch hier fielen viele zurück. An dieser Stelle machte sich mein Training in den Weinbergen am Rande des Kessels bezahlt. So zog ich hier zügig an vielen Mitstreitern vorbei. Das Highlight des Laufs war natürlich der Einlauf in die Mercedes-Benz-Arena. Unter Jubel- und Anfeuerungsrufen der Zuschauer ging ich an meine letzten Reserven und sprintete mit letzer Kraft über die Ziellinie - was für  ein unbeschreibliches Gefühl! 


Mit 36:20 Minuten auf 7 Kilometer habe ich heute meine neue Bestzeit und den 105 Platz erreicht. Auf diese Leistung bin ich stolz. Es zeigt, dass durch ein wenig diszipliniertes Training einiges zu schaffen ist. Laufen ist eine Sportart, die hinsichtlich der Kondition sehr schnell Erfolge zeigt. Ich hoffe, dass ich durch meine Trainingsberichte auch Dich zum Laufen animieren konnte, frei nach dem Motto: Runter vom Sofa und rein in die Laufschuhe! Sei nächstes Jahr auch einer der 19.000 Teilnehmer, wenn es wieder heißt: "Der Startschuss ist gefallen!"

An dieser Stelle möchte ich außerdem dem Team des @Stuttgart-Laufs danken. Die einwandfreie Organisation hat auch in diesem Jahr einen reibungslosen Ablauf aller Disziplinen ermöglicht. Danke, dass ich die Chance bekommen habe, als "Stuttgarts Kesselkind" für euch an den Start zu gehen. Der Stuttgart-Lauf war eine super Erfahung!

#Lauflust

Kommentare

  1. Glückwunsch zum erfolgreichen Finish! Der erste Schritt zu eine läuferischen Zukunft ist gemacht :)

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    1. Vielen Dank :) Ich bleibe dran ;) Deine tollen Zeiten kann man sich da ja nur als Vorbild nehmen ;)
      Liebe Grüße

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