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Ehekrach auf schwäbisch "Isch halt so"

Die „Kächeles“ sorgen mit schwäbischem Mundart-Kabarett für ein Pointenfeuerwerk mit deftigem Wortwitz

Es sind die kleinen Tücken des Alltags in einem schwäbischen Eheleben, die das Mundart-Duo auf die Schippe nimmt. Mit unverfälschtem Dialekt und viel Situationskomik bringen die Urschwaben Käthe und Karl-Eugen ihre Zuschauer so zum Tränenlachen. Nicht zuletzt, weil die Szenen einem doch irgendwie bekannt vorkommen:




Käthe Kächele isch uffgregt als sie auf die beleuchtete Bühne tritt. In Kittelschurz und mit verschränkten Armen ruft sie nach ihrem Ehegatten Karl-Eugen. Ihr „Digger“ kommt an diesem Morgen nämlich so gar nicht aus den Federn, denn gestern war Ausschusssitzung und das bedeutet Schädelweh am nächsten Morgen. Ein Grund für Käthe an die Decke zu gehen. Zu allem Übel, hat Karl-Eugen noch ihren 30. Hochzeitstag vergessen. Für Käthe steht fest: „Jetzt schwätza mer über di Ehe.“ Dass seine Frau immer die Gosch offen hat, ist für Karl-Eugen zwar nichts neues, doch woher soll er seine Meinung kennen, bevor Käthe sie ihm sagt? Der rüstige Schwabe versteht die Welt nicht mehr und ergibt sich seinem Schicksal. Er muss hinnehmen, was sich sowieso nicht ändern lässt. Es „isch halt so“. Verkörpert wird Karl-Eugen hierbei von Michael Willkommen, Käthe spielt Ute Landenberger. Die beiden traten vor 17 Jahren zusammen in der Laientheatergruppe Engstlatt bei Balingen auf, doch hängten die Schauspielerei zwischenzeitlich an den Nagel. Als sie sich 2004 zufällig beim Einkaufen wiedertrafen, beschlossen sie ein Mundart-Duo zu gründen. Das war der Beginn eines höchst erfolgreichen Mundart-Kabaretts, das nun seit zehn Jahren mit einem vielfältigen Programm regelmäßig in ganz Baden-Württemberg auftritt.

Karl-Eugen scheint es auch recht gut zu schmecken, was seinen Wohlstandsbauch über die Jahre geformt hat. Daran hat Käthe natürlich mal wieder etwas auszusetzen. „N Mann ohne n Ranza isch n Krüppel“, kontert Karl-Eugen und erntet für diese Aussage begeisterten Applaus der anwesenden Männer. Was seine Käthe kann, kann Karl-Eugen schon lange und im nächsten Atemzug weist er Käthe darauf hin, dass bei ihrem Körper auch nicht mehr alles da ist, wo es noch vor 30 Jahren war. Dass lässt die Schwäbin natürlich nicht auf sich sitzen: „Der Nachbar, der hat sogar ein Sixpack“, beschwert sie sich. Darauf entgegnet ihr Ehemann: „Was für ein Geizhals! Ich kauf das Bier kistenweise.“ Der ganz normale Wahnsinn im Eheleben der Kächeles. Dank viel Wortwitz, unverfälschtem Dialekt und einem schwäbischen Pointenfeuerwerk wird an diesem Abend eines klar; „isch halt so“ und „es isch wies isch“

Wer ebenso gerne über Schwabenwitze lacht, der sollte die nächsten Auftritte der "Kächeles" nicht verpassen. Alle Termine befinden sich hier.

#Ischhaltso

Quelle: Waiblinger Kreiszeitung

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