Direkt zum Hauptbereich

Blick über den Kesselrand: Mein Auslandssemester in den USA

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt."


Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass es mich einmal aus meiner Kesselstadt ziehen könnte. Wer mich kennt der weiß, dass ich Stuttgart nie verlassen habe. Hier bin ich geboren, zur Schule gegangen, hier habe ich studiert und hier will ich arbeiten. Ich war glücklich mit meinem Leben - wohlbehütet in meinen eigenen vier Wänden, sozial wollig warm eingebettet zwischen Freund, Freunden und Familie. "Einen Auslandsaufenthalt brauche ich nicht zu meinem Glück", dachte ich bis vor ein paar Monaten. Doch irgendwas muss dran sein, am Leben auf einem anderen Fleck Erde.

Die meisten tun es nach dem Abi oder während dem Bachelor: Sie packen ihre sieben Sachen und verschwinden auf unbestimmte Zeit ins Ausland. Dort treffen sie auf fremde Kulturen, interessante Menschen und kulinarische Köstlichkeiten. Das alles weiß ich, weil ich mir die Finger wund geliket und mit verträumten Blick auf die vielen bunten Bilder auf meinem Smartphone gestarrt habe, die all meine Freunde und Bekannte regelmäßig in den sozialen Medien posten. Dabei war ich stets ohne Neid - schließlich lebte ich in Stuttgart, was wollte ich mehr?

Doch das Ende meines Masterstudiums rückte näher und damit auch die einmalige Chance zu erleben, was so viele vor mir erlebt haben: ein Auslandssemester. Nach anfänglichem Hin und Her stand für mich irgendwann fest: You will never know, if you never even try! Also habe ich die Initiative ergriffen und mich für ein Auslandssemster beworben - dabei ging ich in die Vollen: Übersee - ein Forschungsaufenthlat in Amerika. Ich will ehrlich sein: Vor meinem Abflug war ich so aufgeregt, dass ich am liebsten alles hingeworfen hätte. Mich allein in das Unbekannte zu stürzen, so weit weg von daheim, machte mir große Angst. Doch schlussendlich habe ich es gewagt und was soll ich sagen? Ich habe definitive gewonnen! Bereits seit Ende Januar lebe und arbeite ich nun in den USA. Ich habe einen tollen Chef, wunderbare Kollegen und Freunde fürs Leben gefunden. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, doch ich fühle mich an einem Ort zuhause, der nicht Stuttgart heißt.

Dass ich diesen Schritt gewagt habe, macht mich stolz und froh. Denn ich nehme hier so viel mehr mit, als die Skills, die ich alltäglich lerne. Ich habe Zeit für mich selbst, Zeit eine andere Kultur und die englische Sprache intensive kennezulernen. Ich lege alte Gewohnheiten ab und lerne das Knüpfen neuer Freundschaften zu schätzen. Die Amerikaner faszinieren mich dabei mit ihrer lockeren, offenen Art, die es einem ermöglicht, dass man sich nie wie ein Fremder, sondern stets wie ein guter Bekannter fühlt. Die Zeit verfliegt und bald schon beginnt meine Reise entlang der Ostküste, ehe es Ende Juni wieder zurück in den Kessel geht. Ich freue mich auf Stuttgart, meine Familie, meine Freunde, mein Leben in meinen eigenen vier Wänden mit meinem Freund. Doch da ist eine Sache, die sich nie mehr sein wird wie zuvor:

"I will never be completely at home again, because part of my heart will always be elsewhere. That is the price I paid for the richness of loving and knowing people in more than one place."

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Stuttgart - ist das glutenfrei?

G(l)uten Appetit im KesselGlutenfrei Essen gehen in Stuttgart




Spätzle, Maultaschen, Schupfnudeln und abends ein ordentliches Vesper mit matschigem senfgelbem Kartoffelsalat - wir Schwaben wissen, was schmeckt. Bier fließt im Kessel nicht nur auf dem Cannstatter Wasen und zu einem guten Käs'kucha sagt wohl auch niemand freiwillig "nein". 
Doch für mich war vor einigen Wochen schlagartig Schluss mit Schlemmen. Zöliakie lautete die Diagnose, die mein Leben vom einen auf den anderen Tag schlagartig veränderte. Was klingt wie ein eine exotische Urlaubsinsel bedeutet übersetzt: "Ab sofort nur noch glutenfrei - lebenslänglich und ohne Ausnahmen". 

Glutenfrei in Stuttgart - Teil 2

Stuttgart hat glutenfrei mehr zu bieten....oh ja, noch viel, viel mehr. Glutenfrei in Stuttgart ist ein Zuckerschlecken und ein Hochgenuss noch dazu. Bereits vor zwei Jahren habe ich über einige glutenfreie Restaurants und Cafés in und um Stuttgart gebloggt.
(Anmerkung: Das Restaurant "Vinolio" heißt jetzt "Senzanome" - gluten- und laktosefreie Speisen werden dort weiterhin angeboten.) Klicke hier, um den Post zu lesen.Dieser Beitrag zählt noch heute zu den Beliebtesten auf meinem Blog und ich kann alle Locations auch nach wie vor für Allergiker und Zölis empfehlen. Seither hat sich allerdings viel im Kessel getan und ich habe weitere glutenfreie Geheimtipps entdeckt, die ich euch nicht länger vorenthalten möchte:

Stuttgarter Studentin veröffentlicht ihren ersten Roman

365 - Wenn die Masken fallen.So lautet der Titel des Romans meiner Freundin und frischgebackenen Autorin Isabel Kritzer. Was für ein Traum: sein eigenes Buch im Regal stehen zu haben. Isabel hat ihn sich erfüllt. Seit Oktober 2016 gibt es ihren Roman "365 - Wenn die Masken fallen" im Handel. Dass ich super stolz auf sie bin, brauche ich eigentlich gar nicht extra zu erwähnen. Doch nicht nur aus Loyalität und weil wir uns schon von Kindheitsbeinen an kennen, habe ich ihr Buch sofort verschlungen, sondern, weil es wirklich spannend ist.